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18. April 2009

Softwaremäßig Daten wiederherstellen

wer schonmal eine Datei in der viel Arbeit steckte "verloren" hat, der hat sich sicherlich mit Recoverytools beschäftigt. Das gleiche bei mir, Daten futsch (als vorbildlicher User ;-) habe ich natürlich entsprechende Sicherungen gehabt). Daraufhin habe ich mich intensiver mit Datenwiederherstellung per Software beschäftgigt. Es gibt ja unzählige Tools im Web die einem das Blaue vom Himmel versprechen, doch leider sind sind die meisten nicht mal zuverlässig, wenn die Dateien nur über Papierkorb gelöscht wurden. Aber ich würde hier nicht schreiben wenn ich nicht was besseres gefunden hätte:

Für Festplatten hat sich File Scavenger bewährt. Die Demoversion ist zwar bei der wiederherstellung sehr eingeschränkt aber Sie zeigt an welche Dateien sich wiederherstellen lassen, wobei unbedingt der lange Suchlauf zu empfehlen ist. Positiv fällt die Baumstruktur auf mit der sich Dateien leichter finden lassen. Und wenn dann auch noch die entsprechenden Daten gefunden werden die man gesucht hat, ja dann sitzen vl auch dir rund 40€ für die Vollversion lockerer. Und dann kann man nur hoffen dass die wiederhergestellten Daten auch brauchbar sind...

Für Flashkarten ala SD-Karten konnte mich SanDisk Rescue Pro überzeugen, das auf Flashkarten sehr gute Arbeit leistet (vorallem zur Wiederherstellung von Bildern. RescuePro war bei meiner ExtremeIV Karte dabei, die gerade 20€ gekostet hat. Eine Investition von der man eine Schnelle Karte und ein gutes Recovery-Tool erhält. Bei der ersten Benutzung war ich erstaunt wie gut viele Bilder wiederhergestellt wurden. Allerdings ist auch zu beachten, nicht jedes File das sich wiederherstellen lässt ist danach auch noch brauchbar, vorallem JPEG leiden oft und lasse sich nicht mehr öffnen oder bekommen streifen... Für alle die eine Flashkarte auch sicher löschen will besitzt das Programm auch ein entsprechendes Modul.

WICHTIG ist vorallem dass auf der Parition auf der die gesuchte(n) Datei(en) liegen nicht beschrieben wird, also die Recovery-Tools auch nicht auf das entsprechende Laufwerk installiert werden, oder dort hin downgeloadet (Aufpassen bei automatischen Einstellungen in Downloadmanager und Browsern)

Daten sicher löschen

wer hin und wieder daten löschen will, die nicht mehr gefunden werden sollten, oder seine Festplatte gar verkaufen will der muss seine Daten ordentlich vernichten, ein gutes OpenSource Tool dafür ist Eraser das nicht nur eine Reihe von verschiedenen voreingestellten Vernichtungsmethoden) ua. 3 und 7 Pass des US-Verteidigungsministeriums sondern auch den Terminator unter den Datenvernichtern die Gutmann-Methode die insgesamt 35mal die Daten überschreibt, aber auch demenstrechend lange braucht. Wer lieber selbst einen Vernichtungsmethode basteln will wird von Eraser auch nicht entäuscht:



Mit New lassen sich auch eigene Methoden "entwickeln" was aber keine besonderen technischen Fähigkeiten erfordert. Ich habe mir noch eine Methode erstellt die 2x mit Pseudorama überschreibt, da ich bei einmaligem Überschreiben immer noch in der Lage war einzelne Dateien wiederherzustellen. Mit 2x überschreiben habe ich versucht einen Spagat zwischen Sicherheit und Geschwindigkeit zu machen, da die sicheren Methoden auch ihre Zeit beanspruchen.

Wer seine Festplatte(oder auch eine Speicherkarte) verkaufen will, der sollte sich auf alle Fälle die Zeit nehmen die Daten ordentlich und nach Besten Wissen und Gewissen zu löschen. Für ganze (eingebaute) Platten oder Notebooks empfiehlt sich DBAN. Natürlich dauert auch hier das Löschen einer Größeren Platte seine Zeit, aber diese Invesition rächt sich wenn sie nicht gemacht wird, zur Not einfach mal über Nacht laufen lassen.

Wer bei Wechselmedien (wie z.B: Speicherkarten oder externen Festplatten) lieber bei Eraser bleibt, der hat auch seine Möglichkeiten. Aber zu aller erst das Wichtigste: Die vorhandenen Dateien zu löschen genügt NICHT, im freien Speicherraum des Mediums könnten sich immer noch Dateien befinden. Ich mache es meist so dass ich die Platte mit Windows formatiere (was für die Sicherheit selbst nichts bringt) und dann wähle ich bei Eraser bei den Einstellungen für den "Unused Space" eine starke Methode z.B. DOD 3 oder 7-Pas und lasse den gesamten freien Raum (durch das Formatieren also das gesamte Medium) entsprechend überschreiben lässt.

User von Vista haben einen Vorteil, mit Vista wurde die Formatierung geändert und jetzt wird bei einer Formatierung der ganze Datenträger mit 0 überschrieben wie hier (wikipedia) und hier (microsoft)zu lesen ist. Obwohl dabei nur einmal überschrieben wird war es mit File Scavenger und RescuePro nicht möglich Daten auf der getesteten HDD und SD-Karte wiederherzustellen. Wer die Sicherheit noch erhöhen will kann immer noch mit Eraser die Platte n-mal überschreiben lassen.

Das Problem an der ganzen Sache ist: 100%ige Sicherheit gibts nicht, man erhöht durch diese Vernichtungsmethoden aber auf alle Fälle den Aufwand um die Daten entsprechend wiederherzustellen, was es für den normalen User "unmöglich" macht die Daten wiederherzustellen, wozu professionelle Datenrettungsunternehmen oder Geheimdienste in Stande sind kann ich nicht sagen. Am sichersten ist immer noch die Daten physikalisch zu zerstören, also das Medium unbrauchbar zu machen wie auch beim Deutschen Bundesamt für Sicherheit und Information zu lesen ist

WICHTIG: Wenn ihr einen PC zur Reparatur gebt oder eine PC-Dienst zu euch kommt und die Festplatte tauscht lasst euch unbedingt die alte Platte geben, sonst habt ihr keine Kontrolle darüber was mit Euren Daten passiert (z.B. könnte eine Platte weiterverkauft werden) auch wenn ihr glaubt oder euch gesagt wird die Platte ist hin, wenn sich eine Festplatte überhaupt nicht mehr lesen lasst, oder nicht mehr anfahrt, gilt auch hier: MEDIUM zerstören, da je es nach Fehler nur etwas Geschick und einen Lötkolben erfordert um das Ding zumindest kurzzeitig wieder zum Laufen zu kriegen.