18. April 2009

Sicherheit geht vor

An einem PC für Sicherheit zu sorgen ist eine nicht so leichte Aufgabe, besonders wenn man sich nicht einschränken oder selbst behindern will. Ich hab hier mal eine kleine Anzahl von Tools zusammengestellt von denen jedes einzelne gut funktioniert, und auch im Ganzen immer noch gute Arbeit leisten und allesamt nichts kosten.

Das wichtigste meiner Meinung nach ist der Virenscanner (weil seit XP SP2 eine Firewall vom System her, die sowieso standardmäßig aktiviert ist). Ich vertraue dabei auf Antivir 9 von Avira, was von der Performance als sehr gut empfinde und meinen PC auch bei Ausflügen mit Virenschleudern (andere PCs im Netzwerk, USB-Sticks) immer zuverlässig gearbeitet hat. Die einzige Falschmeldung von der ich weiß ist Ophcrack wobei zugebener Maßen dieses Tool auch bösartig sein könnte. Aber das Problem lässt sich mit einem Eintrag in einer "Whitelist" einfach beheben.

Als Firewall habe ich PC-Tools Firewall auserchoren, weil sie bei Test recht gut abgeschnitten hat und gleichzeit nicht die ganze Zeit Meldungen macht. Wobei ich bei der Installation vom Spyware-Tool das mitinstalliert werden kann Abstand halte, habe da meinen eigenen Spezialisten. Ansonsten verhält sich die Firewall recht ruhig, wenn man nicht gerade neue Programme installiert. Früher war ich ein großer Fan von ZoneAlarm aber nachdem immer wieder Probleme aufgetaucht sind die in mehrern Foren als von ZA verursacht identifiziert wurden habe ich mich nach Jahren von ihr getrennt, aber die entsprechenden Probleme waren auch danach verschwunden

Bei Spyware setzt ich auf Spyware Search&Destroy wobei ich auch hier bei der Installtion sowohl den IE-Schutz deaktiviere (der grundsätzlich sehr sinnvoll ist, aber ich verwende den IE nicht, genau so wie die Registryüberwachung, weil ich viel an meinem System probiere, installiere, deinstalliere und nicht jedes mal Lust habe die ganze Zeit den Veränderungen zuzustimmen.

Weil wir schon beim probieren sind, wer gerne viel Software auf seinem PC laufen hat und die meiste wie ich auch gleich wieder deinstalliert, dem kann ich nur SandBoxie empfehlen weil sich damit installierte Programme wieder sauber und vollständig entfernen lassen, außerdem könnte man mit dem Sandboxie-Browser auch noch recht sicher Surfen, was ich aber nicht nutze.

Softwaremäßig Daten wiederherstellen

wer schonmal eine Datei in der viel Arbeit steckte "verloren" hat, der hat sich sicherlich mit Recoverytools beschäftigt. Das gleiche bei mir, Daten futsch (als vorbildlicher User ;-) habe ich natürlich entsprechende Sicherungen gehabt). Daraufhin habe ich mich intensiver mit Datenwiederherstellung per Software beschäftgigt. Es gibt ja unzählige Tools im Web die einem das Blaue vom Himmel versprechen, doch leider sind sind die meisten nicht mal zuverlässig, wenn die Dateien nur über Papierkorb gelöscht wurden. Aber ich würde hier nicht schreiben wenn ich nicht was besseres gefunden hätte:

Für Festplatten hat sich File Scavenger bewährt. Die Demoversion ist zwar bei der wiederherstellung sehr eingeschränkt aber Sie zeigt an welche Dateien sich wiederherstellen lassen, wobei unbedingt der lange Suchlauf zu empfehlen ist. Positiv fällt die Baumstruktur auf mit der sich Dateien leichter finden lassen. Und wenn dann auch noch die entsprechenden Daten gefunden werden die man gesucht hat, ja dann sitzen vl auch dir rund 40€ für die Vollversion lockerer. Und dann kann man nur hoffen dass die wiederhergestellten Daten auch brauchbar sind...

Für Flashkarten ala SD-Karten konnte mich SanDisk Rescue Pro überzeugen, das auf Flashkarten sehr gute Arbeit leistet (vorallem zur Wiederherstellung von Bildern. RescuePro war bei meiner ExtremeIV Karte dabei, die gerade 20€ gekostet hat. Eine Investition von der man eine Schnelle Karte und ein gutes Recovery-Tool erhält. Bei der ersten Benutzung war ich erstaunt wie gut viele Bilder wiederhergestellt wurden. Allerdings ist auch zu beachten, nicht jedes File das sich wiederherstellen lässt ist danach auch noch brauchbar, vorallem JPEG leiden oft und lasse sich nicht mehr öffnen oder bekommen streifen... Für alle die eine Flashkarte auch sicher löschen will besitzt das Programm auch ein entsprechendes Modul.

WICHTIG ist vorallem dass auf der Parition auf der die gesuchte(n) Datei(en) liegen nicht beschrieben wird, also die Recovery-Tools auch nicht auf das entsprechende Laufwerk installiert werden, oder dort hin downgeloadet (Aufpassen bei automatischen Einstellungen in Downloadmanager und Browsern)

Daten sicher löschen

wer hin und wieder daten löschen will, die nicht mehr gefunden werden sollten, oder seine Festplatte gar verkaufen will der muss seine Daten ordentlich vernichten, ein gutes OpenSource Tool dafür ist Eraser das nicht nur eine Reihe von verschiedenen voreingestellten Vernichtungsmethoden) ua. 3 und 7 Pass des US-Verteidigungsministeriums sondern auch den Terminator unter den Datenvernichtern die Gutmann-Methode die insgesamt 35mal die Daten überschreibt, aber auch demenstrechend lange braucht. Wer lieber selbst einen Vernichtungsmethode basteln will wird von Eraser auch nicht entäuscht:



Mit New lassen sich auch eigene Methoden "entwickeln" was aber keine besonderen technischen Fähigkeiten erfordert. Ich habe mir noch eine Methode erstellt die 2x mit Pseudorama überschreibt, da ich bei einmaligem Überschreiben immer noch in der Lage war einzelne Dateien wiederherzustellen. Mit 2x überschreiben habe ich versucht einen Spagat zwischen Sicherheit und Geschwindigkeit zu machen, da die sicheren Methoden auch ihre Zeit beanspruchen.

Wer seine Festplatte(oder auch eine Speicherkarte) verkaufen will, der sollte sich auf alle Fälle die Zeit nehmen die Daten ordentlich und nach Besten Wissen und Gewissen zu löschen. Für ganze (eingebaute) Platten oder Notebooks empfiehlt sich DBAN. Natürlich dauert auch hier das Löschen einer Größeren Platte seine Zeit, aber diese Invesition rächt sich wenn sie nicht gemacht wird, zur Not einfach mal über Nacht laufen lassen.

Wer bei Wechselmedien (wie z.B: Speicherkarten oder externen Festplatten) lieber bei Eraser bleibt, der hat auch seine Möglichkeiten. Aber zu aller erst das Wichtigste: Die vorhandenen Dateien zu löschen genügt NICHT, im freien Speicherraum des Mediums könnten sich immer noch Dateien befinden. Ich mache es meist so dass ich die Platte mit Windows formatiere (was für die Sicherheit selbst nichts bringt) und dann wähle ich bei Eraser bei den Einstellungen für den "Unused Space" eine starke Methode z.B. DOD 3 oder 7-Pas und lasse den gesamten freien Raum (durch das Formatieren also das gesamte Medium) entsprechend überschreiben lässt.

User von Vista haben einen Vorteil, mit Vista wurde die Formatierung geändert und jetzt wird bei einer Formatierung der ganze Datenträger mit 0 überschrieben wie hier (wikipedia) und hier (microsoft)zu lesen ist. Obwohl dabei nur einmal überschrieben wird war es mit File Scavenger und RescuePro nicht möglich Daten auf der getesteten HDD und SD-Karte wiederherzustellen. Wer die Sicherheit noch erhöhen will kann immer noch mit Eraser die Platte n-mal überschreiben lassen.

Das Problem an der ganzen Sache ist: 100%ige Sicherheit gibts nicht, man erhöht durch diese Vernichtungsmethoden aber auf alle Fälle den Aufwand um die Daten entsprechend wiederherzustellen, was es für den normalen User "unmöglich" macht die Daten wiederherzustellen, wozu professionelle Datenrettungsunternehmen oder Geheimdienste in Stande sind kann ich nicht sagen. Am sichersten ist immer noch die Daten physikalisch zu zerstören, also das Medium unbrauchbar zu machen wie auch beim Deutschen Bundesamt für Sicherheit und Information zu lesen ist

WICHTIG: Wenn ihr einen PC zur Reparatur gebt oder eine PC-Dienst zu euch kommt und die Festplatte tauscht lasst euch unbedingt die alte Platte geben, sonst habt ihr keine Kontrolle darüber was mit Euren Daten passiert (z.B. könnte eine Platte weiterverkauft werden) auch wenn ihr glaubt oder euch gesagt wird die Platte ist hin, wenn sich eine Festplatte überhaupt nicht mehr lesen lasst, oder nicht mehr anfahrt, gilt auch hier: MEDIUM zerstören, da je es nach Fehler nur etwas Geschick und einen Lötkolben erfordert um das Ding zumindest kurzzeitig wieder zum Laufen zu kriegen.

Daten best möglich komprimieren

Obwohl Speicherplatz immer größer und billger wird und auch die Bandbreiten größer werden gibt es immer wieder Fälle wo es doch auf die Größe ankommt, zB. wenn eine Mailkonto nur 10MB Attachments zulasst. Das wahrscheinlich beste Tool dazu ist 7z. Es unterstützt alle gängigen Formate zum öffnen und komprimiert je nach Art der Daten auf einen Bruchteil eines normalen Zip Files.

Mit folgenden Einstellungen konnte ich die Besten Ergebnisse erzielen:



Nachteil der ganzen Geschichte: nicht alle "auf der Anderen Seite" können 7z öffnen, dazu braucht man entweder 7z itself oder WinRar, das auch 7z unterstützt. Ein Problem das sich leicht beheben lasst in dem man einfach als zip-Datei speichert, was zu kompatiblen Dateien führt, da dann aber wahrscheinlich nicht das min. an Dateigröße erreicht ist.




Einen Nachteil hat 7z gegenüber Winrar und zwar lassen sich nicht bestimmte Filetypen wie z.B. jpg, mp3, avi, pdf bei der kompression ausschließen was bei Backups die Zeit zum komprimieren nach oben schraubt, aber speicherplatzmäßig ein Unsinn ist.

Großer Vorteil von 7z ist auch das man z.B. exe drin verstecke kann um sie per gmail zu verschicken, die bei einer zip die eine exe enthält schreien und nicht mitschicken, was teilweise echt lästig ist...

zusätzlicher Vorteil von WinRAR und 7z ist dass sich die Archive anständig verschlüsseln lassen, was manchmal druchaus brauchbar ist...

der sicherlich größte Vorteil von 7z ist dass es frei ist...

Fazit: wer kleine Dateien braucht kommt an diesem Tool nicht vorbei

Akku Verbrauch trotz Ruhestands

Unter Vista gibt es teilweise (ich konnte es bei meinem T61p beobachten) dass Vista auch im Ruhezustand Strom braucht, konnte mir das Anfangs nicht erklären und hatte mich schon fast damit abgefunden bis ich im Internet auf auf etwas interessantes stieß:
Unter Vista sind scheinbar standardmäßig einige Hardwarekomponenten aktiviert um das Gerät aus dem Ruhezustand zu aktivieren, dh. die Dinger werden auch im Ruhezustand ständig mit Strom versorgt...

...nun dazu wie man das abstellt: entweder man geht im Gerätemanager (rechte Maustaste auf den Arbeitsplatz/Verwalten und dann in der linken Spalte auf Gerätemanger und geht jedes einzelne Devise durch oder man machts sichs einfach und gibt in der Console

powercfg -devicequery wake_armed


ein, dann wird eine Liste erstellt mit den Geräten die das Gerät aus dem Ruhezustand wecken können. Um die Geräte zu deaktivieren kann man jetzt wiederum in den Gerätemanger gehn auf des ansprechende device, auf Eigenschaften/Energieverwaltung und den Haken bei "Das Gerät kann den Comuter aus dem Ruhezustand wecken" entfernen, oder wiederum über die Console:

powercfg -devicedisablewake Gerät


damit sollte das Problem behoben sein (zumindst bis man neu Aufstetzt)